Thema des Tages

28-01-2022 11:20

NADIA ante portas

Der nächste Wintersturm steht vor der Tür. Diesmal eine Nummer
stärker als die bisherigen Stürme dieses Winters: An der Küste werden
orkanartige Böen erwartet.

Gerade hat uns Sturmtief MARIA in Richtung Baltikum verlassen und in
der vergangenen Nacht vor allem entlang der Küsten sowie im Nordosten
des Landes für stürmische Verhältnisse gesorgt, da steht auch schon
das nächste Sturmtief vor der Tür.
Dieses Sturmtief wurde bereits auf den Namen NADIA getauft und liegt
aktuell noch vor Island.
In den nächsten Stunden zieht es allerdings unter kräftiger
Intensivierung Richtung Südosten und macht sich ab heute Nacht
zunächst in Form einer Warmfront bemerkbar.
Diese Warmfront bringt erst im Norden, später dann vor allem in der
Osthälfte teils kräftigen Regen.
Dabei fließt zwischenzeitlich deutlich mildere Luft ein, sodass am
morgigen Samstag die Höchsttemperaturen vor allem im Nordwesten
zweistellige Werte erreichen können.

Mit dem Durchzug der Warmfront nimmt dann ab den Frühstunden des
morgigen Samstags auch der Wind allmählich zu.
Zuerst macht er sich entlang der Nordseeküste bemerkbar, greift dann
aber rasch ost- und südwärts aus.
Gegen Mittag ist dann bis ins nördliche Binnenland hinein mit starken
bis stürmischen Böen zwischen 60 und 70 km/h zu rechnen, an der
Nordseeküste treten bereits erste Sturmböen um 80 km/h auf.
Ebenfalls betroffen sind dann bereits die Mittelgebirge, wo vor allem
in Gipfellagen bereits erste Sturmböen in Erscheinung treten.

Zum Samstagnachmittag und -abend legt der Wind noch weiter zu.
An den Küsten kommt es dann verbreitet zu Böen der Stärke 9 bis 10
Beaufort (Bft), exponiert auch der Stärke 11 Bft mit
Geschwindigkeiten bis 110 km/h.
Auch im Binnenland macht sich nun der Wind deutlich bemerkbar, und
erreicht vor allem in der Nordosthälfte in Böen Sturmstärke mit
Geschwindigkeiten zwischen 60 und 75 km/h.
Im Bergland werden bis 90 km/h erreicht, auf exponierten Gipfeln noch
teils deutlich höhere Geschwindigkeiten.
Auf dem Brocken wird volle Orkanstärke erwartet mit Windspitzen
jenseits der 130 km/h.

Gegen Abend und in der ersten Nachthälfte wird ein erster Höhepunkt
im Nordwesten des Landes erreicht, sodass dort dann von Westen der
Wind allmählich etwas nachzulassen beginnt.
Entlang der Ostseeküste und dem dahinter liegenden Binnenland hält
die Sturmlage aber noch bis in den Sonntag hinein an.
Insbesondere mit dem nächtlichen Eintreffen der Kaltfront von NADIA
legt der Wind sogar noch einmal an Geschwindigkeit zu.
Vereinzelt lassen sich dann entlang der Ostseeküste in exponierten
Lagen einzelne Böen um 120 km/h nicht ausschließen.
Verbreitet treten dort aber Windspitzen in schwerer oder orkanartiger
Sturmstärke mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 110 km/h auf.
Auch im dortigen Binnenland können einzelne Böen um 100 km/h
auftreten.

In der restlichen Osthälfte hält der Sturm ebenfalls noch bis in den
Sonntag hinein an.
Allerdings sind hier, abgesehen von den Gipfellagen der
Mittelgebirge, die Spitzengeschwindigkeiten etwas niedriger,
erreichen aber auch hier 60 bis 80, vereinzelt auch um 90 km/h.
Endgültig beruhigen wird sich der Sturm hier erst gegen Sonntagabend,
während im Westen teilweise schon Sonntagfrüh vom Wind nichts mehr zu
spüren ist.

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.01.2022

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