Thema des Tages

30-09-2016 14:40

Was uns im Oktober so blühen kann ...

Die Natur geht endgültig in den Herbstmodus über, einige Pflanzen
werfen aber noch ein paar Farben in die Landschaft und ab Monatsmitte
werden die Wälder langsam leuchtend bunt, auch wenn die Fachleute
dieses Jahr aufgrund der bereits im August verbreitet auftretenden
Braunfärbung der Blätter eine nur eingeschränkte Farbenpracht der
Wälder vorhersagen.
Im Oktober blühen noch die Dahlien, der Buschklee und die Berberitze,
wobei insbesondere die großen Blüten der Dahlien mit ihren
leuchtenden und nun mangels optischer Konkurrenz sehr auffälligen
Farben an den Sommer erinnern.
Leider hat der Oktober für Allergiker auch noch etwas zu bieten, denn
für sie blüht noch der Beifuß.


Und was kann uns meteorologisch blühen?

Im Oktober, dem aus meteorologischer Sicht zentralen Herbstmonat, ist
von heißen Tagen bis zur Schneedecke alles möglich.
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den Oktober
2012.
Innerhalb einer Woche ging es vom Sommertag zum Eistag mit
Schneedecke hinunter. Das waren dann auch verbreitet Rekordwerte
bezüglich der tiefen Temperaturen und der Schneedecke.

Kommen wir nun zu den Details:
Anfang Oktober kann es im Südwesten noch heiße Tage mit Werten über
30 Grad geben. Sommertage mit Werten über 25 Grad haben schon ca. 80%
der Stationen erlebt.
Mitte Oktober weisen nur noch etwa 25% Sommertage auf und Ende des
Monats finden wir Temperaturen über 25 Grad nur noch in Alpennähe bei
Föhn.
Sogar Tropennächte mit Tiefstwerten über 20 Grad wurden vereinzelt
Anfang Oktober gemessen.
Soviel zum möglichen Sommerwetter im Oktober.

Andererseits kann es Anfang Oktober bereits auch Frost geben.
In gut 60% aller Stationen ist das schon einmal aufgetreten. Wenn man
zusätzlich die glätterelevanten Tiefsttemperaturen von 2 Grad und
weniger berücksichtigt, wurden davon schon etwa 90% der Stationen
betroffen.
Kein Wunder, dass sich die Faustegel: "Winterreifen von O(ktober) bis
O(stern)" gebildet hat.
Ende Oktober war es mit Ausnahme Helgolands bereits überall mal
frostig. Teilweise sogar mit zweistelligen Minuswerten, wovon
immerhin schon 15% der Wetterstationen betroffen waren, im Regelfall
Orte auf Bergen oder im Mittelgebirge.
Selbst Eistage mit Höchstwerten unter 0 Grad haben im Oktober schon
25% der Stationen gemessen. Aber nicht nur die Mittelgebirge, sondern
auch die Niederungen im Norden Deutschlands waren davon betroffen.

Zum Frost gehört oft auch Schnee. An über 60% der Stationen lag im
Oktober schon Schnee. Selbst im frostfreien Helgoland und einigen
anderen küstennahen Orten hatte sich morgens am 24.10.2003 eine
geschlossene Schneedecke gebildet. 2015 wurde sogar Mitte Oktober
vereinzelt der Bahnverkehr eingestellt, weil noch belaubte Bäume
durch das Gewicht des Nassschnees auf die Fahrleitung stürzten.
Mit dem Schnee sind wir nun generell beim Niederschlag angelangt.
Um die 60 mm erwarten die Klimatologen im Oktober im
deutschlandweiten Mittel.
Die üblichen Rekordwerte an den einzelnen Stationen betragen etwa
400% des örtlichen Solls. Aber auch gänzlich trocken ist der Oktober
örtlich geblieben. Insbesondere 1943 blieben einige
Niederschlagsmesstöpfe den ganzen Oktober leer.

Abschließend noch zum "Goldenen Oktober".