Thema des Tages

19-05-2023 13:50


Wetter aktuell
Sie fliegen wieder...

Das Auge juckt, die Nase trieft, es ist wieder Heuschnupfenzeit. Wann
und wo es jetzt am schlimmsten wird, erfahren Sie hier.


Sie fliegen wieder... nein, gemeint sind nicht die DSV-Adler. Der
Auftakt des sogenannten Sommer-Grand-Prix findet erst am letzten
Juli-Wochenende in Hinterzarten (Schwarzwald) statt. Auch um
irgendwelche Bienen, Drohnen oder Zugvögel soll es heute nicht gehen.
Die Allergiker unter Ihnen wissen, was gemeint ist. Es sind die
Pollen.
Das aus dem Lateinischen stammende Wort, was so viel wie "sehr feines
Mehl" oder "Mehlstaub" bedeutet, bezeichnet den Blütenstaub von
Samenpflanzen. Auf bestimmte Eiweißstoffe in den Pollen entwickeln
die Immunsysteme von mehr als 15% der Bevölkerung hierzulande eine
Überreaktion. Es kommt zu einer allergischen Reaktion, die sich vor
allem in laufenden (aber nicht verschleimten) Nasen, ständigem
Niesreiz, juckenden und geröteten Augen, ab und an auch Halsschmerzen
äußert. Auch wenn die Intensität der allergischen Reaktionen
individuell sehr unterschiedlich ist, so gibt es nach Aussagen von
Allergologen dennoch einen engen Zusammenhang zwischen der Stärke der
Symptomatik und der Pollenkonzentration in der Atemluft. Damit lässt
sich aus dem Pollenflug direkt die Belastung des Pollenallergikers
ableiten.


Sie fliegen wieder... die Gräserpollen. Während Hasel und Erle
bereits verblüht sind, waren es in den letzten Wochen vor allem
Birke, Esche und Pappel, die Allergikern das Leben schwer machten.
Auch wenn derartige Pollen weiterhin unterwegs sind, sollte deren
Höhepunkt allmählich überschritten sein (siehe Bild 1 am Beispiel der
Birkenpollen in NRW). Dafür legen nun die Gräser so richtig los. Dies
können Sie für ihr jeweiliges Bundesland eindrucksvoll an den
Grafiken zur Pollenflugstatistik auf unserer Homepage nachverfolgen.
Die Messdaten dafür liefert die Stiftung Deutscher
Pollenfluginformationsdienst. Pro Station und Tag liegen als
Messergebnis das Tagesmittel der Pollenzahlen pro Kubikmeter Luft für
die acht allergisch besonders wirksamsten Pollenarten für Hasel,
Erle, Esche, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia vor.


Auf Basis der gemessenen Pollenkonzentrationen erstellt der Deutsche
Wetterdienst täglich aktualisierte Vorhersagen
(Pollenflug-Gefahrenindex), da der Pollenflug aufgrund regional
unterschiedlicher Pflanzenentwicklungen sowie aufgrund des Wetters
räumlich und zeitlich stark schwanken kann.

Sie fliegen wieder... Vereinfacht gesprochen, können sich die Pollen
bei warmem, trockenem und windigem Wetter ideal ausbreiten. Nun ja,
das Wochenendwetter verspricht einen Temperaturanstieg auf
sommerliche warme 23 bis 28 Grad am Sonntag. Dazu gibt es nur
vereinzelte Schauer oder Gewitter und der Wind frischt vor allem
tagsüber zeitweise stak böig auf. Da verwundert es nicht, dass die
Belastungsintensitäten weiter ansteigen.

Neben der Darstellung des Gefahrenindex bieten wir auf unserer
Homepage auch direkte Ergebnisse von Ausbreitungsrechnungen von
Modellen wie beispielsweise des ICON-ART an. Vorteil solcher Modelle
ist, dass sie die für die Pollenfreisetzung und -ausbreitung
relevanten Prozesse abbilden und differenziertere Vorhersagen über
die Pollenkonzentration liefern können. Für weitergehende
Informationen stöbern Sie doch gerne mal unter
https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizespollen/gefahrenindexp
ollen.html?nn=16102 .
Gerne können Sie sich auch über unseren Newsletter oder die
GesundheitsWetter-App auf dem Laufenden halten.


Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.05.2023

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