Thema des Tages

11-07-2023 13:25


Wetter aktuell
Unwetter vertreiben Hitze - zumindest vorübergehend

Eine schwere Gewitterlage erwartet uns ab dem heutigen Dienstagabend
im Süden Deutschlands. Mehr dazu in unserem neuen Thema des Tages.

Deutschland befindet sich momentan auf der Südseite von Tief RONSON
mit Zentrum bei Schottland über der Nordsee, welches nochmals heiße,
zunehmend aber auch feuchte Luftmassen aus Südwesten zu uns führt. Am
heutigen Dienstag sorgt aber noch Zwischenhocheinfluss für reichlich
Sonnenschein und erneut bestes Badewetter. Die Temperaturen liegen
aktuell (14 Uhr) vielfach bei schweißtreibenden Werten um 30 Grad, in
den Niederungen der Südhälfte örtlich auch bei 35 Grad.

Ab dem Abend ist dann allerdings im Südwesten Vorsicht geboten! Von
Frankreich und der Schweiz her ziehen in Verbindung mit einem
herannahenden Bodentief teils kräftige Gewitter mit erhöhter
Unwettergefahr nach Baden-Württemberg. Dabei handelt es sich aufgrund
relativ hoher vertikaler Windscherung (Zunahme der
Windgeschwindigkeit mit der Höhe) und sehr energiereichen Luftmassen
um organisierte Gewittersysteme. Diese werden begleitet von heftigem
Starkregen, Hagel und vor allem von schweren Sturm- bis Orkanböen.
Somit muss mit Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr durch
umgestürzte Bäume gerechnet werden. Das Potenzial für großen Hagel
ist hauptsächlich eingangs der Nacht im äußersten Südwesten vom
Bodensee über den Südschwarzwald bis in die Ortenau gegeben. In der
Nacht breiten sich die Gewitter nach Osten aus und erreichen dann
auch Bayern. Dort treten neben Starkregen vor allem schwere Sturmböen
auf. Lokal muss auch noch mit Orkanböen gerechnet werden. In der
zweiten Nachthälfte nimmt die Unwettergefahr von Westen dann
allmählich etwas ab.

Ein zweiter Schwerpunkt der Gewittertätigkeit ist im Nordwesten zu
finden, wo in der kommenden Nacht gewittrige Starkregenfälle
aufziehen. Das Unwetterpotenzial ist dort aber deutlich geringer als
in Süddeutschland.

Morgen wird die energiereiche Luft in den Südosten abgedrängt, wo
nochmals kräftige Gewitter auftreten können. Die Unwettergefahr ist
aber auch dort deutlich geringer als am Vortag. Dennoch können noch
einzelne kräftige Entwicklungen mit heftigem Starkregen und lokalem
Hagel auftreten. Ansonsten beruhigt sich das Wetter wieder und es
stellt sich in den kommenden Tagen in weiten Teilen des Landes ein
meist freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein. Nur im Alpenraum sowie im
Norden muss am Donnerstag noch mit dem einen oder anderen Schauer
gerechnet werden.

Die Temperaturen machen einen ordentlichen Satz nach unten. Am
Mittwoch wird die 30 Grad Marke nur noch vereinzelt erreicht, im
Nordwesten tut man sich sogar mit der Sommertagsmarke von 25 Grad
schwer. Der Donnerstag wird sogar noch etwas ?kühler?, bevor die
Temperatur zum Wochenende wieder ansteigt. Am Samstag sind nach
aktuellem Stand verbreitet wieder Höchstwerte um oder knapp über 30
Grad zu erwarten. Bis dahin sollte man die recht kühlen Nächte zum
Durchlüften nutzen.

Die Bilder zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie immer im
Internet unter www.dwd.de/tagesthema.


M.Sc. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.07.2023

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst