Thema des Tages

03-02-2024 14:50


Wetter aktuell
Langeweile? Nicht beim Wetter!


Gebietsweise stürmisch, sehr mild, wechselhaft, im Süden freundlich;
so lässt sich das Wetter für heute und die kommenden Tage relativ
kurz und kompakt zusammenfassen. Was dies im Detail bedeutet, ist im
heutigen Thema des Tages nachzulesen.


Die derzeitigen Protagonisten auf der Wetterkarte lauten FRANK und
NADINE. Diese zwei Druckgebilde sind für das Wettergeschehen in
Deutschland verantwortlich. Während Hoch FRANK über Südwesteuropa
liegt, hat es sich Tief NADINE über Nordeuropa bequem gemacht. Daraus
resultiert eine stramme westliche Strömung, mit der feuchte, aber
auch ungewöhnlich milde Atlantikluft herangeführt wird.

Die erste Geige im Wetterorchester spielt dabei der Wind, denn zeit-
und gebietsweise drohen bis ins Flachland stürmische Böen aus
westlicher Richtung. Dabei kristallisieren sich mehrere Höhepunkte
bei der Windentwicklung heraus. Am heutigen Samstag werden vor allem
im Norden und Osten steife Böen um 60 km/h (Bft 7) erwartet. Vor
allem in Küstennähe sind stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 8) möglich.
In der Nacht zum Sonntag nimmt der Wind dann wieder ab.

Am Sonntag treten im Tagesverlauf nahezu im ganzen Land bis in tiefe
Lagen steife, lokal stürmische Böen auf. Im höheren Bergland und an
der Küste sind schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) mit von der
Partie. Etwas schwächer präsentiert sich der Wind lediglich in den
Niederungen im Südwesten. Ein erster Höhepunkt in der Windentwicklung
ist in der Nacht zum Montag zu erwarten. Dann stehen in einem breiten
Streifen von der Nordsee bis zum Erzgebirge bis ins Tiefland
stürmische Böen, teils auch Sturmböen um 75 km/h (Bft 9) auf der
Agenda. Geschuldet ist dies einer Gradientverschärfung zwischen dem
Hoch über Südwesteuropa und tiefem Luftdruck über Nordeuropa.
Nordöstlich und südöstlich des Streifens ist der Wind schwächer
unterwegs.

Zum Start in die neue Woche bleibt uns das windige, teils stürmische
Wetter erhalten. Auch am Montag werden die stärksten Böen (Bft 7-8)
in einem Streifen diagonal vom Nordwesten bis nach Sachsen erwartet.
Am Dienstag ist voraussichtlich in der gesamten Nordhälfte mit
steifen Böen oder stürmischen Böen zu rechnen. Prinzipiell gilt für
alle Tage, dass im höheren Bergland und zeitweise an der Küste
schwere Sturmböen auftreten.

Für Anfang Februar ist dieses windige Wetter jedoch nicht
ungewöhnlich. Eher ungewöhnlich sind die sehr milden Temperaturen.
Oftmals werden, mit Ausnahme des Nordostens, Höchstwerte jenseits der
10-Grad-Marke erwartet. Nachts bleibt es, bis auf ganz wenige
Ausnahmen im Süden, meist frostfrei. Vor allem am Montag sind im
Alpenvorland Höchstwerte um 17 Grad nicht ausgeschlossen.

Neben viel Wind und milden Temperaturen wird es in einigen Regionen
ziemlich nass. Bis Wochenmitte fallen in der Nordhälfte verbreitet 10
bis 30, gebietsweise um 50 l/qm. Vor allem in den Weststaulagen der
Bergländer sind noch höhere Niederschlagssummen möglich. Deutlich
weniger Regen fällt im Süden und Südwesten. Dort liegt die
akkumulierte Niederschlagsmenge außerhalb des Berglandes größtenteils
bei 5 bis 15 l/qm.

Ob der Winter ab dem kommenden Wochenende nochmals ein Comeback wagt,
muss abgewartet werden. Gewisse Anzeichen dafür gibt es in den
Modellberechnungen jedoch bereits. Bis dahin heißt es aber,
Gummistiefel und wasser- sowie winddichte Klamotten an und raus an
die frische Luft, denn es gibt bekanntlich ja kein schlechtes Wetter.




Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.02.2024

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