Thema des Tages

26-12-2017 14:40

Restwetter

Nun ist auch 2017 bald vorüber und es sind nur noch wenige Tage bis
zum Jahreswechsel.
2017 war deutschlandweit betrachtet etwas zu feucht, zu sonnig und
erwartungsgemäß zu warm. Erwartungsgemäß, da wir nach internationaler
Norm noch immer mit einer Referenzperiode 1961-1990 vergleichen. Sie
endete
mit dem in Deutschland beobachtbaren Beginn der Erwärmung Ende der
80er Jahre. Die aktuelle Klimaerwärmung spiegelt sich also in der
Referenzperiode nicht wider.

Können die letzten Tage des Jahres noch zu einer Angleichung an die
Normalwerte führen?
Beim Niederschlag und bei der Sonnenscheindauer wohl kaum, denn diese
ein wenig übernormalen Werte zu reduzieren, ist physikalisch nicht
möglich.
Und wie sieht es bei der Temperatur aus? Genügend Kälte
vorausgesetzt, könnte die positive Abweichung noch reduziert oder gar
auf null zurückgeführt werden.


Zunächst betrachten wir die durchschnittlichen Höchst- und
Tiefstwerte während der letzten sechs Tagen des Jahres während der
Referenzperiode im eher milden
Hamburg 3,2 bzw. 1,1°C
und dem eher kühlen
München 1,5 bzw. -4,2°C

Und wie sieht nun der voraussichtliche Temperaturverlauf der letzten
Tage des Jahres aus?
Heute überquert eine Kaltfront die Nordwesthälfte, hinter ihr fließen
aber nur wenig kühlere Luftmassen zu uns. Nach Tiefstwerten zwischen
5 Grad in Hamburg und -3 Grad in München erwarten wir
Höchsttemperaturen zwischen 7 und 11 Grad.

Am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag zieht eine weitere
Wetterfront über uns hinweg ostwärts. Hinter ihr fließt Luft aus
arktischen Regionen heran. Allerdings wird sie durch die immer noch
?warme? Nordsee (8-10 Grad) erwärmt. Die Höchstwerte erreichen
überall etwa 6 Grad.
Nachts gehen die Niederschläge teilweise bis in die Niederungen in
Schnee über. Tiefstwerte zwischen 3 Grad in Hamburg und ?2 Grad in
München.

Am Donnerstag ist es stark bewölkt mit Regen und mäßigem Schneefall
in den Nordstaulagen. Bis zu 6 Grad wird es in Hamburg, bei maximal 2
Grad fällt in München Schneeregen. In der Nacht zum Freitag liegen
die Tiefstwerte um null Grad, im Norden erwarten wir die positiven,
im Süden die negativen Werte.

Am Freitag bildet sich über den Alpen ein Hoch aus und die
Niederschläge lassen vorübergehend nach. In der gleichen Luftmasse
wie am Donnerstag ändern sich die Temperaturen am Tage und in der
folgenden Nacht nur wenig.

In der Nacht zum Samstag setzen Niederschläge ein. Sie entstehen
durch die dann einsetzende kräftige Strömung zwischen dem nach Osten
ziehenden Alpenhoch und ostatlantischen Tiefs. Die südwestliche
Luftmasse führt am Samstag zu Höchstwerten von nahe 10 Grad im Norden
und 6 Grad im Süden. Auch die Nacht zu Sonntag bleibt regnerisch und
die Temperaturen gehen kaum zurück.

Auch Silvester sagen unsere Rechnermodelle regnerisches Wetter
voraus.
10 Grad soll es fast in ganz Deutschland werden.

Das neue Jahr begrüßen wir dann bei 5 bis 8 Grad unter einem
bedeckten Himmel.

Wir sehen also, bis zum Jahresende erwarten wir an allen Tagen
Temperaturen, die oberhalb der Werte der Referenzperiode liegen.
Die positive Temperaturabweichung für 2017 wird daher bis zum neuen
Jahr weiter zunehmen.

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.12.2017

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst