Thema des Tages

09-11-2018 10:50

Wetter am 11. November - damals und heute

Heißen Sie vielleicht Martin? Dann haben Sie am kommenden Sonntag
wahrscheinlich Namenstag, denn der 11. November ist der Festtag des
Heiligen Martin von Tours (Sankt Martin). Martin von Tours (316/317 -
397) war der dritte Bischof im Bistum von Tours. Ihm zu Ehren ziehen
in den Tagen um den 11. November viele Kinder in Martinsumzügen mit
ihren oft selbst gebastelten Laternen durch die Straßen. Der 11.
November ist aber auch der Tag, an dem die sogenannte "Fünfte
Jahreszeit" beginnt. Echte Karnevals- und Faschingsjecken können
diesen Tag sicher kaum erwarten.


Sowohl die Karnevalsveranstaltungen als auch die Laternenumzüge
finden im Freien statt, daher ist folglich das Wetter von besonderem
Interesse. In diesem Jahr gestaltet es sich in einigen Regionen
wechselhaft. Deutschland liegt an der Südostseite eines mächtigen
Tiefdruckkomplexes mit Zentrum nordwestlich von Irland. Das
dazugehörige Frontensystem (Okklusion) zieht im Tagesverlauf von West
nach Ost über Deutschland. Es hat etwas Regen im Gepäck, der ab
Mittag auch den Osten erreicht. Die gute Nachricht ist aber, dass es
in den Karnevalshochburgen am Rhein um 11:11 Uhr bereits überwiegend
trocken sein sollte. Auch im Südosten Bayerns kann man beruhigt sein,
denn dort ist ebenfalls kaum mit Regen zu rechnen. In der Mitte und
im Süden Deutschlands kann nach Durchzug des Regens mancherorts sogar
die Sonne zum Vorschein kommen. Da im Nordwesten vor allem in der
Höhe etwas kältere Luft einfließt, bilden sich dort am Nachmittag und
Abend Schauer, vielleicht kann es mit dem einen oder anderen Schauer
sogar blitzen. Am Boden spürt man von der Kaltluft nichts. Mit 12 bis
16 Grad wird es insgesamt erneut recht mild, am Oberrhein sind sogar
für die Jahreszeit deutlich zu warme 18 Grad drin.


Diese Vorhersage mag zwar bei manchen Lesern in den Regenregionen
Unmut hervorrufen, aber eigentlich ist das Wetter für einen 11.
November gar nicht so schlecht. Blicken wir zum Beispiel ins Jahr
2016 zurück. Vor zwei Jahren sorgte ein Tief über Mitteleuropa für
richtig nass-kaltes Wetter. Im Osten stiegen die Temperaturen gerade
einmal auf 1 bis 3 Grad, aber auch in den übrigen Regionen wurden nur
kühle 2 bis 8 Grad erreicht. Damit lagen 2016 die Höchstwerte teils
unter den am Sonntag zu erwarteten Tiefstwerten. Vor allem in der
Südhälfte regnete es vielerorts. Bei diesem Temperaturniveau ist es
kaum verwunderlich, dass bis in mittlere Lagen der Regen mit Schnee
vermischt war und es oberhalb von 600 bis 800 m sogar weiß wurde. In
der Lausitz schneite es am Morgen selbst in tiefen Lagen. Vielleicht
können Sie sich noch daran erinnern. Nur der Norden blieb von
Niederschlägen verschont und es schien häufig die Sonne. Um die
Winterjacke kam man jedoch auch dort nicht herum.


Ähnlich hohe Temperaturen wie in diesem Jahr hatten wir am Martinstag
im Jahre 2015. Hochdruckeinfluss verwöhnte damals zumindest den Süden
mit viel Sonnenschein, während es im Norden leicht wechselhaft war.
Ähnlich mild war es auch 2008, allerdings war es vor genau zehn
Jahren sehr windig, sodass starke bis stürmische Böen sicher dem
einen oder anderen Jecken in den Karnevalshochburgen den Hut vom Kopf
geweht haben könnte.


Geben wir uns also mit diesem leicht unbeständigen Wetter zufrieden.
Mit einem nicht zu dicken regenfesten Kostüm und regensicherer
batteriebetriebener Laternenbeleuchtung sind Sie am Sonntag auf der
sicheren Seite.


Dipl.-Met. Dr. Markus Übel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.11.2018

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