Thema des Tages

18-09-2019 08:20

Hoch "Hanneke"

Das Hoch "Hanneke" beeinflusst in den nächsten Tagen das Wetter in
Deutschland und bringt wie so oft nicht nur Vor- sondern auch
Nachteile mit.

Am gestrigen Dienstag lag der Ableger des Tiefs "Ignaz" mit seinem
Kern über der Ostsee und sorgte in Norddeutschland und vor allem an
den Küsten für den ersten kleinen Herbststurm. Dort wurden verbreitet
schwere Sturmböen gemessen wie z. B. auf Sylt und Fehmarn mit jeweils
101 km/h. Auch im Norddeutschen Tiefland konnte man den Wind deutlich
spüren.

Inzwischen ist der Ableger des Tiefs "Ignaz" nach Weißrussland
abgezogen. Nun übernimmt das Hoch "Hanneke" die Hauptrolle in der
Wetterküche und führt zu einer deutlichen Wetterberuhigung, indem es
seinen Schwerpunkt in den kommenden Tagen von den Britischen Inseln
genau nach Deutschland verlagert.
Der Wind wird somit, abgesehen von den einzelnen stürmischen Böen an
den Küsten und starken Böen im angrenzenden Binnenland am heutigen
Mittwoch, kein Thema mehr sein.

Aber solange der Schwerpunkt des Hochs "Hanneke" westlich von uns
liegt, strömen an seiner Nordostflanke kühlere und in Norddeutschland
auch feuchtere Luftmassen heran. Das bedeutet, dass der Himmel in der
Nordhälfte häufig wolkenverhangen bleibt und es vor allem an den
Küsten hier und da noch einen Schauer geben kann. Über der Südhälfte
hingegen lacht die Sonne vom Himmel bei nur wenigen Wolken. Mit 15
Grad in Vorpommern und bis maximal 21 Grad am Oberrhein bleiben die
Temperaturen jedoch ziemlich verhalten.

Die Wolken bringen Vorteile: Sie besitzen den schützenden Effekt,
dass die Nächte in den kommenden Tagen in Norddeutschland mit 6 bis
10 Grad deutlich milder ausfallen als in der Mitte und im Süden
Deutschlands. Denn dort sinkt die Temperatur bei oft klarem Himmel
auf Werte zwischen 5 und 0 Grad. In Bodennähe tritt häufig leichter
Frost bis -2 Grad auf. In ungünstigen Lagen kann es sogar örtlich
Luftfrost bis -1 Grad geben. In den Frühstunden ist daher für Einige
das Eiskratzen an Autoscheiben angesagt und auch empfindliche
Pflanzen sollte man nach drinnen verlegen.

Diese Wetterzweiteilung, wolkig in der Nord- und meist sonnig in der
Südhälfte, hält bis Freitag an und auch die Temperatur macht zunächst
keine großen Sprünge nach oben.

Aber eine gute Nachricht habe ich: Am Wochenende verlagert das Hoch
"Hanneke" seinen Schwerpunkt nach Südosteuropa. Somit gelangen
deutlich wärmere Luftmassen nach Deutschland. Auch die bisher
benachteiligte Nordhälfte Deutschlands bekommt ihre Ration Sonne. Die
Temperaturen steigen auf Werte zwischen 20 und 25 Grad, im Westen am
Sonntag bis 27 Grad an und die Frostgefahr im Süden ist auch kein
Thema mehr.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.09.2019

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