Thema des Tages

28-12-2019 09:50

Silvesterwetter

Heute beleuchtet das Thema des Tages die meteorologischen Bedingungen
für das Zünden oder Beobachten des Silvesterfeuerwerks zum
anstehenden Jahreswechsel.

DIE große Frage bezüglich des Wetters am Jahresende ist natürlich die
nach dem Weihnachtswetter. Da diese Frage aber nunmehr geklärt ist,
rückt das nächste markante Ereignis immer näher: Silvester/Neujahr.

Dabei sind die meteorologischen Ansprüche an den Datumswechsel
deutlich geringer als diejenigen an Weihnachten. Denn das
Hauptaugenmerk gilt nur den kommoden Randbedingungen des
Silvesterfeuerwerks - was vor allem die gute Sichtbarkeit auf der
einen als auch einen lauschigen Standort zum Beobachten auf der
anderen Seite umfasst.

Im Gegensatz zu vielen anderen nächtlichen "Beobachtungsobjekten"
(wie z.B. Sternschnuppen oder einer Mondfinsternis) stören Wolken
beim Feuerwerk nicht sonderlich, zumindest dann nicht, wenn die
Wolkenuntergrenze hoch genug liegt - und sie keinen Regen bringen.

Diesbezüglich kann schon an dieser Stelle Entwarnung gegeben werden.
Die Nacht zum 1.1. wird fast überall in Deutschland trocken über die
Bühne gehen. Gaaanz vereinzelt kann aus einer geschlossenen
Hochnebeldecke mal etwas Nieselregen fallen. Das ist aber die
absolute Ausnahme, und damit kann man auch den Regenschirm zu Hause
lassen und die Hände bleiben frei - beispielsweise für Handy-Selfies
oder ein Sektglas.

In der beigefügten Grafik finden Sie die Prognose des sogenannten
"Bedeckungsgrades" um 00:00 Uhr MEZ am 1.1.2020, wie unser
DWD-Vorhersagemodell ICON-EU sie sich vorstellt, und dazu noch die
Temperaturen zu diesem Zeitpunkt
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/12/28.html). Vor
allem im Norden präsentiert sich die Wolkendecke verbreitet kompakt,
wenngleich es wohl nicht bedeckt sein wird. Und die Wolken haben
Vorteile, denn sie verhindern die nächtliche Ausstrahlung und damit
ein starkes Zurückgehen der Temperaturen. Die Zahlenwerte in der
Grafik zeigen es: Der Datumswechsel verläuft im Norden aus heutiger
Sicht frostfrei! Zu dieser Kerninformation gibt es allerdings ein
großes "Aber": Denn da im Norden ein schwacher bis mäßiger und in
Böen durchaus frischer Wind wehen soll, fühlen sich die Temperaturen
an wie etwa -4 Grad. Also sollte man sich trotzdem entsprechend warm
anziehen.

Anders sieht es im Süden aus. Hier zeigen sich größere Wolkenlücken,
gebietsweise ist es auch klar. Verantwortlich dafür ist ein
Hochdruckgebiet, welches vermutlich auf den Namen XIA getauft werden
wird. Damit sinken die Temperaturen verbreitet in den Frostbereich,
und auch hier liegen die gefühlten Temperaturen nochmals deutlich
niedriger, nämlich um -8 Grad. Dabei ist diesmal nicht der Wind,
sondern die trockene Luft Schuld daran, dass das Temperaturempfinden
so deutlich von den (prognostizierten) Ergebnissen der Messgeräte
abweicht.

Insgesamt handelt es sich also um ganz vernünftige - und einigermaßen
winterliche - Bedingungen für den Jahreswechsel. Und Nebel? Der
entsteht vor allem NACH Mitternacht, wenn sich die Luftfeuchtigkeit
an den übrig gebliebenen feinen Partikeln der Silvesterraketen
niederschlägt.



Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.12.2019

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