Thema des Tages

22-12-2020 10:20

Regen für alle


Regnerisch und sehr mild - so kann man die aktuelle Lage
zusammenfassen und lautet auch das Thema am heutigen Tag.

Über Deutschland hat sich eine südwestliche zyklonale Lage
eingestellt, in der sehr milde und feuchte Luft vom Atlantik durch
einen Tiefdruckkomplex namens GRETA zu uns geführt wird. Regen für
alle wird also der Tenor bis Donnerstag (Heiligabend) sein.

Am heutigen Dienstag lässt der Regen in Norddeutschland immer mehr
nach und es bleibt dort über die Nacht überwiegend trocken und die
Wolken lockern gebietsweise auf. Auch an den Alpen kann man den
Regenschirm zu Hause lassen. In den übrigen Regionen und vor allem
über der breiten Mitte des Landes bleibt der Regenschirm hingegen bei
zeitweiligem Regen unser treuer Begleiter. In der Nacht zum Mittwoch
verstärkt sich dort die Niederschlagsintensität noch.

Am Mittwoch bleibt es nur unmittelbar am Alpenrand und bis zum Abend
im äußersten Nordosten überwiegen trocken. Ansonsten fällt verbreitet
teils kräftiger und länger anhaltender Regen. In Nordrhein-Westfalen
und im südlichen Niedersachsen sind sogar vereinzelte Gewitter nicht
ganz ausgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag beginnt es auch am
Alpenrand zu regnen, während es an der Grenze zu Dänemark zunehmend
trockener wird.
Am Donnerstag (Heiligabend) gibt es weitere Niederschläge, wobei
diese von Norden her immer mehr nachlassen. Lediglich an der Nordsee
folgen weitere Schauer nach. In der Nacht zum Freitag ziehen sich die
Niederschläge nach Süddeutschland zurück. Im Norden gibt es einzelne
Schauer.

Wenn man die Niederschläge von Dienstagvormittag bis
Donnerstagvormittag aufsummiert, kommen verbreitet Mengen zwischen 15
und 25 Liter pro Quadratmeter (l/qm) zusammen. In der Mitte des
Landes und teils in der Norddeutschen Tiefebene werden 30 bis 60
(l/qm), im Weststaulagen der Mittelgebirge stellenweise über 60
(l/qm) erwartet.

Die Abbildung zeigt die entsprechende Niederschlagsverteilung und die
Mengen bis Freitagvormittag (1. Weihnachtstag) von drei
Wettermodellen: des Deutschen Wetterdienstes ICON (links), des
europäischen Rechenzentrums EZMWF (Mitte) und des amerikanischen
Wetterdienstes GFS(rechts). Darauf hat der Deutsche Wetterdienst mit
entsprechenden Dauerregenwarnungen reagiert. Falls Sie in Ihrem
Landkreis bzw. Ihrer Gemeinde von der Warnung betroffen sind oder
nicht, können Sie auf unsere Internetseite oder in der Warnwetter-App
nachschauen.

Mit dem flächendeckenden, teils lang anhaltenden Regen ist auch die
Temperaturentwicklung zu erwähnen. Mit einer südwestlichen
Grundströmung gelangen sehr milde Luftmassen nach Deutschland, sodass
die Höchsttemperaturen vor allem am heutigen Dienstag und Mittwoch in
der Mitte und im Süden meist deutlich oberhalb der 10-Grad-Marke
liegen. Im Südwesten können sogar Höchstwerte um 15 Grad erreicht
werden. Ganz im Norden bleibt es mit 7 bis 9 Grad ein wenig kühler.
Selbst die Nächte bleiben frostfrei und im Südwesten sinkt die
Temperatur nicht mal unter 10 Grad.

Wie es dann ab Donnerstag weitergeht, wurde ausführlich im gestrigen
Thema des Tages erläutert.
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/12/21.html).

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.12.2020

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