Thema des Tages

01-02-2021 08:50

Der Februar

Im zweiten und zeitgleich kürzesten Monat unseres Kalenders
verabschieden wir langsam den Winter. Auch wenn im klimatologischen
Mittel mehr Schnee fällt als im Januar, so wird es doch allmählich
wärmer und der lichte Tag wird länger.


Im altrömischen Kalender war der Februar der letzte Monat des Jahres.
Daher wurden ihm zum Abgleich des Kalenders mit dem Sonnenstand auch
die nötigen Schalttage angehängt. Seinen Namen verdankt er einem
antiken Reinigungsfest (lat. Februare = reinigen). Während der
Augustinischen Kalenderreform verlor der Februar einen Tag an den
August und hat seither nur noch 28 bzw. in Schaltjahren 29 Tage. Im
heutigen Kalender ist er der letzte volle Wintermonat, im März
beginnt schon wieder der Frühling. Der Februar bildet also den
Übergang vom Winter in den Frühling.

Ein altdeutscher Name für den Februar ist Hornung, weil die reifen
Rothirsche beginnen, ihre Geweihe ("Gehörne") abzuwerfen. Weitere
gebräuchliche Namen waren Schmelzmond, Taumond (schließlich geht der
Winter zu Ende und ggf. schmelzen Eis und Schnee) oder Narrenmond.
Letztere Bezeichnung ergibt sich daraus, dass, um die Dämonen des
Winters zu vertreiben, in alter Zeit Vorfrühlings- und
Fruchtbarkeitsrituale abgehalten wurden, die als Karneval, Fastnacht
oder Fasching in die Moderne überliefert wurden.

Im Laufe des Februars werden "die Tage merklich länger". Zu Beginn
des Monats liegt die lichte Tageslänge in Frankfurt am Main bei etwa
9 Stunden und 19 Minuten. Sie verlängert sich um etwa 1,5 Stunden bis
auf 10 Stunden und 54 Minuten zum Ende des Monats.

Eine bekannte Februar-Wetterregel lautet: "Ist's zu Lichtmess mild
und rein, wird's ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und
schneit, ist der Frühling nicht mehr weit." Lichtmess ist am 2.
Februar (also morgen) und markiert das Ende des Weihnachtskreises und
den Beginn der Fastenzeit. Nun gestaltet sich das Wetter am morgigen
Dienstag wenig rein, allerdings mild. Viele Wolken bringen aus Westen
und Süden wieder verbreitet Regen. Dazu fließt weiterhin sehr milde
Luft aus Südwesten ein, die ganz langsam auch die kalte Luft im
Norden und Osten vertreibt.

Durch den Vorstoß der milderen Luft fällt kaum noch Schnee, sondern
meist Regen. Der kann auf den kalten Böden im Norden und Osten
gefrieren und so für gefährliches Glatteis sorgen. Es ist also auch
morgen ein Tag, an dem man besonders vorsichtig unterwegs sein
sollte. Im Laufe des Tages frischt in der Südhälfte der Wind
vorübergehend auf und erreicht teils stürmische, im Bergland
Sturmböen. In der Nacht zum Mittwoch schläft der Wind aber wieder
ein.

Bis zum Ende der ersten Februarwoche ändert sich wenig: Meist ist es
bewölkt, die Sonne zeigt sich selten und immer wieder fällt etwas
Regen. In kalten Ecken des Nordens und Ostens kann dieser gefrieren
und für Glatteis sorgen. Dazu ist es tagsüber in der Südwesthälfte
sehr mild mit 10 bis 15 Grad, in der Nordosthälfte ist es mit 2 bis 8
Grad etwas kühler. Zum Ende der Woche schiebt sich aus Nordosten
erneut kältere Luft ins Land. Die Nächte werden wieder frostig und
auch tagsüber ist es deutlich weniger mild. Mittelfristig scheint der
Winter aber nur in die Nordosthälfte unseres Landes zurückzukehren.
In der Südwesthälfte kann sich nach derzeitigem Trend auch in der
nächsten Woche mildere Luft halten.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.02.2021

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