Thema des Tages

04-03-2021 09:20

Schnupfen und Tränen

Verschnupfte Nasen, Niesreiz und tränende Augen gehören für rund 15 %
der Bevölkerung in Deutschland jedes Jahr aufs Neue zum Alltag, wenn
die Natur erblüht. Auch aktuell sind wieder viele Hasel- und
Erlenpollen unterwegs.

Höchsttemperaturen über 20 Grad und reichlich Sonnenschein haben seit
Ende Februar vielerorts bereits sehr frühlingshaftes Wetter gebracht.
Das hat natürlich auch die Natur "mitbekommen". Zwar hält sich der
Austrieb bei den meisten Pflanzen und Bäumen aktuell noch zurück,
sodass man bisher kaum "Grün" zu sehen bekommt. Hasel und Erle sind
aber schon soweit, dass sie durch ihr Aufblühen den "Flugbetrieb"
aufgenommen und dadurch bereits eine mittlere bis hohe Belastung
durch ihre Pollen hervorgerufen haben.

Die Pollen dieser beiden Birkengewächse sind in der Regel auch die
ersten im Jahr, die bei entsprechenden Witterungsverhältnissen
fliegen (siehe dazu auch den Pollenflugkalendar unter https://www.pollenstiftung.de/pollenvorhersage/pollenflugkalender.htm
l). Ihre Hauptsaison beginnt bereits Anfang Februar (Hasel) bzw. Ende
Februar (Erle) und endet Mitte bis Ende März. Gleichwohl können die
Pollen bereits im Dezember vorkommen und noch bis in den Mai (Hasel)
oder sogar bis in den Juni (Erle) unterwegs sein. Im weiteren Verlauf
des Jahres bekommen dann andere Pollenarten ihre "Flugerlaubnis"
(Saison).

Geschätzt etwa 12 bis 15 Millionen Deutsche und damit gut 15 % der
Bevölkerung müssen sich mit den lästigen Nebenwirkungen des
Pollenflugs herumschlagen. Mit Beginn der Pollenflugsaison treten
durch Heuschnupfen Beschwerden wie Niesen, Jucken oder gar
asthmatische Anfälle bis hin zu Bindehautentzündungen auf.

War die Belastung durch Erlen- und Haselpollen in den vergangenen
Tagen zum Teil hoch, so können die Allergiker am heutigen Donnerstag
und am morgigen Freitag auf eine vorübergehende Entspannung hoffen.
Hoch JACQUELINE zieht sich nach Süd- und Südosteuropa zurück und
lässt Ausläufern der Tiefs GERD und FRIEDRICH Platz. Damit kommen
gebietsweise Niederschläge auf, die die Pollen aus der Luft
auswaschen.

Zuvor gibt es über dem Südosten Deutschlands bei noch trockenen
Bedingungen vor den Tiefausläufern aber noch eine hohe Belastung
durch Erlenpollen (siehe linker Teil der Grafik unter
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/03/04_Bild.png).
Insbesondere nach Westen hin - dort fällt der meiste Regen - ist die
Belastung durch den Regen nur noch gering bis mittel. Morgen (siehe
rechter Teil der Grafik) ist die Belastung in der Nordhälfte schon
wieder mittel bis hoch, weil es dort unter sich verstärkendem
Hochdruckeinfluss trocken bleibt. In den Niederschlagsgebieten nach
Süden hin ist die Belastung dafür dann nur gering bis mittel. Ganz
ähnlich verhält es sich bei den Haselpollen. Da in den kommenden
Tagen erneut der Hochdruckeinfluss vorherrscht und es trocken bleibt,
ist bei beiden Pollenarten wieder eine mittlere bis hohe Belastung zu
erwarten.

Für die acht allergologisch wichtigsten Blütenpollen gibt es beim
Deutschen Wetterdienst Vorhersagen der Belastungsintensität durch den
sogenannten Pollenflug-Gefahrenindex. Zu diesen acht wichtigsten
Blütenpollen zählen die Pollen der Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser,
Roggen, Beifuß und der Ambrosia. Etwa 95 % aller Pollenallergiker in
Deutschland leiden beim Flug dieser Pollen. Vorhersagen sind unter
www.dwd.de/pollenflug abrufbar und können auch unter
www.dwd.de/newsletter als kostenloser Newsletter abonniert werden.
Darüber hinaus können Sie sich unter https://www.dwd.de/DE/leistungen/gesundheitswetter/gesundheitswetter.
html?nn=16102 die allerdings kostenpflichtige GesundheitsWetter-App
des Deutschen Wetterdienstes herunterladen, in der neben weiteren die
Gesundheit betreffenden Wetterelementen auch Pollenflugvorhersagen
integriert sind.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.03.2021

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